Coffee to go Becher in gelb wird in der Hand gehalten, im Hintergrund eine karierte Jacke Foto von Valeriia Svitlini auf Unsplash

Mehrwegpflicht Gastronomie: Alternativen zu Einweg-Bechern für den Coffee to Go

02. Oktober 2026

Was die Mehrwegpflicht für deinen Betrieb bedeutet

Seit Januar 2023 gilt die Mehrwegpflicht in der Gastronomie für alle Betriebe, die Essen und Getränke zum Sofort-Verzehr in Einwegverpackungen anbieten. Betriebe, die Kaffee im Einweg-Pappbecher über die Theke reichen, müssen ihren Gästen seitdem eine Mehrwegalternative anbieten, egal aus welchem Material der Becher besteht. Ziel des Gesetzes ist es, den Müllberg aus Coffee-to-Go-Bechern, Menüschalen und Pizzakartons zu verkleinern.

Wer betroffen ist und wer nicht

Größere gastronomische Betriebe müssen zusätzlich zu Einwegverpackungen aus Kunststoff verpflichtend eine Mehrwegvariante bereithalten, die nicht teurer sein darf als das Einwegangebot. Kleinere Betriebe mit maximal fünf Mitarbeitenden und höchstens 80 Quadratmetern Fläche sind von dieser Angebotspflicht ausgenommen, müssen aber mitgebrachte Behälter der Gäste akzeptieren und befüllen. Für alle Betriebsgrößen gilt zudem, dass Gäste sichtbar auf das Mehrwegangebot hingewiesen werden müssen, etwa durch ein Schild an der Theke oder einen Hinweis auf der Karte.

Welche Pflichten für dich als Gastronom gelten

Neben der reinen Angebotspflicht solltest du deinen Betrieb auch organisatorisch darauf einstellen. Dazu gehört die Schulung des Personals im Umgang mit Pfandsystemen, die richtige Lagerung der Mehrwegbehälter und ein Ablauf, der den Kaffee zum Mitnehmen genauso schnell über die Theke bringt wie bisher. Gerade in Stoßzeiten macht sich hier bemerkbar, wie gut ein System durchdacht ist.

Warum Einweg-Pappbecher zunehmend zum Problem werden

Der klassische Einweg-Pappbecher ist trotz seines Namens selten reines Papier. Für die Flüssigkeitsdichte ist häufig eine dünne Kunststoff- oder Wachsbeschichtung nötig, die das Recycling erschwert. Viele dieser Becher landen deshalb trotz Mülltrennung im Restmüll statt im Papierkreislauf.

Die Menge an Müll durch Coffee to Go Becher

Allein in Deutschland werden jährlich mehrere Milliarden Coffee-to-Go-Becher verbraucht, ein Großteil davon aus Einwegmaterial. Diese Zahl zeigt, warum der Gesetzgeber gerade bei Heißgetränken zum Mitnehmen angesetzt hat: Kaum ein anderes Produkt wird so häufig für wenige Minuten genutzt und danach entsorgt.

Materialien und ihre Schwächen

Neben Pappbechern mit Kunststoffbeschichtung sind auch reine Plastikbecher im Umlauf, deren Herstellung viel Energie und Rohöl verbraucht. Beide Varianten haben eine Nutzungsdauer von wenigen Minuten und eine Abbauzeit, die sich über Jahrzehnte erstreckt. Aus Sicht der Ressourcenschonung ist das ein denkbar schlechtes Verhältnis.

Mehrwegsysteme als Alternative zum klassischen Einwegbecher

Für Betriebe, die ganz auf Mehrweg umstellen möchten, stehen unterschiedliche Systeme zur Auswahl. Welches davon am besten passt, hängt von der Größe des Betriebs, dem Standort und der Zahl der Coffee-to-Go-Kund:innen ab.

Poolsysteme im Überblick

Bei einem Poolsystem schließt sich dein Betrieb einem Anbieter an, der Mehrwegbecher an mehrere Betriebe in der Region ausleiht. Gäste zahlen bei der Ausgabe ein Pfand, oft rund einen Euro, und geben den Becher bei einem beliebigen teilnehmenden Betrieb zurück. Der Vorteil liegt in der Flexibilität für die Gäste, denn sie sind nicht darauf angewiesen, genau in deinen Laden zurückzukommen. Manche Poolsysteme arbeiten inzwischen digital über eine App, bei der Becher per QR-Code erfasst werden und kein Bargeldpfand nötig ist.

Eigene Mehrweglösung für deinen Betrieb

Alternativ kannst du eine betriebseigene Lösung aufbauen und eigene Mehrwegbecher gegen Pfand ausgeben, die nur bei dir zurückgegeben werden. Das ist mit weniger Abhängigkeit von externen Anbietern verbunden, verlangt aber auch, dass genügend Stammgäste regelmäßig vorbeikommen, damit der Becherkreislauf funktioniert. Für kleinere Cafés mit treuer Kundschaft ist das oft eine praktikable Lösung.

Kaffeebecher zum Mitnehmen: Welches Material sich eignet

Nur weil etwas nachhaltig ist, muss es leider noch nicht praktikabel sein. Bei der Materialauswahl kommt es auf mehr als nur den Umweltfaktor an, es muss auch für deine Kund:innen funktionieren.

Edelstahl, Glas und Porzellan im Vergleich

Edelstahlbecher sind leicht und bruchfest, geben keinen Eigengeschmack an das Getränk ab und halten über viele Jahre hinweg zahlreiche Umläufe aus, bevor sie ersetzt werden müssen. Glas und Porzellan überzeugen ebenfalls aus gesundheitlicher Sicht, sind dafür aber schwerer und anfälliger für Bruch im hektischen Thekenbetrieb. Für einen Coffee-to-Go-Betrieb mit hohem Durchsatz ist Edelstahl in der Regel praktischer, während Porzellan sich eher für den Verzehr vor Ort eignet.

Worauf du bei Kunststoffbechern achten solltest

Wenn du dich für leichtere Mehrwegbecher aus Kunststoff entscheidest, solltest du auf das verwendete Material achten. Becher aus Melamin sind für heiße Getränke ungeeignet, da sie unter Hitze gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen können. Auch Polycarbonat gilt als problematisch, weil es Bisphenol A abgeben kann. Polypropylen dagegen kommt ohne Weichmacher aus und gilt als unbedenklich für den Kontakt mit heißen Lebensmitteln.

Tipps für die Umstellung im laufenden Betrieb

Kommunikation an deine Gäste

Ein kurzer Hinweis an der Theke oder auf der Karte reicht in der Regel aus, um Gäste über das neue Mehrwegangebot zu informieren. Viele Menschen greifen ohnehin gerne zur nachhaltigeren Variante, sobald sie wissen, dass sie existiert und genauso unkompliziert funktioniert wie der gewohnte Einwegbecher. Klare, freundliche Kommunikation nimmt außerdem die Unsicherheit, wie das Pfand zurückgegeben wird.

Kosten und Pfand richtig kalkulieren

Die Pfandhöhe für Becher liegt üblicherweise bei rund einem Euro pro Nutzung. Diese Summe sollte hoch genug sein, um Gäste zur Rückgabe zu motivieren, aber nicht so hoch, dass sie abschreckt. Bei der Kalkulation lohnt sich außerdem ein Blick auf die Anschaffungskosten der Mehrwegbecher im Vergleich zum laufenden Verbrauch von Einwegmaterial, denn nach einigen Dutzend Umläufen rechnet sich Mehrweg in der Regel gegenüber dem ständigen Nachkauf von Einwegbechern.

Dein Partner für die Umstellung: Getränkemarkt Ehlers

Die Umstellung auf Mehrweg betrifft nicht nur Becher, sondern oft auch die gesamte Getränkeausstattung deines Betriebs. Als erfahrener Partner für die Gastronomie in Wolfsburg und Umgebung unterstützt dich Getränkemarkt Ehlers mit persönlicher Beratung, passendem Equipment und flexiblen Lösungen, die zu deinem Betrieb passen. Sprich uns einfach an, wir schauen gemeinsam mit dir, wie sich die Mehrwegpflicht ohne Stress im Alltag umsetzen lässt. Hier geht es zu unserer Kontaktseite.

 

Previous Next